⚒️ Strom & Autarkie im Wohnmobil: Lithiumbatterie
Unsere Erfahrung mit 200 Ah Lithiumbatterie im Wohnmobil, 100 Wp Solar und Stromversorgung ohne Wechselrichter – so klappt Autarkie im Wohnmobil im Reisealltag.
STROM & AUTARKIE
6/15/20265 min read


Strom & Autarkie im Wohnmobil: Unsere Erfahrung mit Lithiumbatterie und Solar
Unabhängig unterwegs zu sein, gehört für uns zu den großen Freiheiten beim Reisen mit dem Wohnmobil. Wir möchten nicht jeden Abend überlegen müssen, wo die nächste Steckdose ist oder einen Campingplatz nur deshalb anfahren, weil unsere Batterie leer wird.
Deshalb war für uns relativ schnell klar, dass wir bei der Stromversorgung etwas verändern wollten. Die vorhandene Bleibatterie haben wir ausgebaut und durch eine 200-Ah-Lithiumbatterie von Forster ersetzt. Unterstützt wird sie von einem 100-Wp-Solarmodul auf dem Dach.
Was vielleicht etwas ungewöhnlicher ist: Einen Wechselrichter haben wir nicht verbaut. Trotzdem laden wir unterwegs Smartphones, Tablet, Laptop, Smartwatches und einige weitere Geräte regelmäßig auf.
Nach unseren bisherigen Erfahrungen funktioniert dieses recht einfache System erstaunlich gut – auch dann, wenn die Sonne nicht jeden Tag vom Himmel scheint.
Warum wir auf eine Lithiumbatterie im Wohnmobil umgestiegen sind
Als wir in unser Wohnmobil gezogen sind, wussten wir schon, wie wir unterwegs sein möchten: möglichst unabhängig und nicht von Campingplatz zu Campingplatz fahren, nur um das Wohnmobil an Landstrom anzuschließen.
Unsere alte Bleibatterie war für diese Art des Reisens für uns nicht die ideale Lösung. Deshalb entschieden wir uns für den Wechsel auf eine 200-Ah-Lithiumbatterie.
Der entscheidende Punkt ist für uns dabei die nutzbare Kapazität. Eine klassische Bleibatterie möchte man im Alltag nicht regelmäßig sehr tief entladen. Bei Lithiumbatterien lässt sich in der Regel ein deutlich größerer Teil der vorhandenen Kapazität nutzen – wobei die genauen Grenzen immer vom jeweiligen Batteriesystem und den Herstellervorgaben abhängen.
Für uns bedeutet das vor allem: Wir müssen uns im Alltag wesentlich weniger Gedanken über unseren Stromverbrauch machen.
Und genau darum ging es uns.
Unsere Stromversorgung: bewusst einfach gehalten
Auf unserem Wohnmobildach arbeitet zusätzlich ein 100-Wp-Solarmodul. Damit wird die Batterie unterwegs unterstützt, sobald die Bedingungen dafür passen.
Eine riesige Solaranlage haben wir also nicht auf dem Dach.
Auch auf einen 230-Volt-Wechselrichter haben wir bewusst verzichtet. Nahezu alles, was wir unterwegs benötigen, lässt sich bei uns direkt über 12 Volt oder USB laden.
Das hält unser Stromsystem vergleichsweise unkompliziert und vermeidet den zusätzlichen Umweg von 12 Volt auf 230 Volt bei Geräten, die ohnehin mit Gleichspannung betrieben beziehungsweise über USB geladen werden können.
Für unsere Art zu reisen hat sich das bisher bewährt.
Was bei uns täglich Strom braucht
Dabei sind wir keineswegs mit zwei Smartphones und sonst nichts unterwegs. Da wir digital und ohne festen Wohnsitz reisen, gehört einiges an Technik zu unserem Alltag.
Regelmäßig laden wir:
2 Smartphones und 1 iPad
1 Laptop, den wir unter anderem für den Videoschnitt nutzen
2 Smartwatches
den GPS-Tracker unserer Katze
unsere USB-Kaffeemühle
eine elektrische Zahnbürste
Gerade der Laptop wird bei uns nicht nur gelegentlich für ein paar E-Mails eingeschaltet. Fotos, Videos und die Arbeit an unseren Reiseinhalten gehören zu unserem Alltag unterwegs.
Deshalb war uns wichtig, dass die Stromversorgung nicht nur theoretisch funktioniert, sondern auch zu unserem tatsächlichen Verbrauch passt.
Autark stehen im Wohnmobil – wie funktioniert es bei uns in der Praxis?
Technische Daten sind das eine. Viel wichtiger finden wir die Frage: Wie sieht es unterwegs wirklich aus?
Unsere bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv.
Auch bei bewölktem Wetter in Schweden und trotz unserer vielen Geräte ist der Ladezustand unserer Batterie bisher noch nie unter 65 Prozent gefallen.
Das ist unser persönlicher Erfahrungswert und natürlich keine allgemeingültige Aussage darüber, wie lange jeder mit einer 200-Ah-Lithiumbatterie autark stehen kann.
Denn der tatsächliche Stromverbrauch hängt stark davon ab, welche Geräte genutzt werden, wie oft der Laptop läuft, wie viel Solarertrag vorhanden ist und welche weiteren Verbraucher im Wohnmobil angeschlossen sind.
Für uns zeigt die Erfahrung aber: Unser System passt zu unserem Reisealltag. Wie praktisch diese Unabhängigkeit unterwegs ist, merken wir besonders bei Wanderungen und abgelegenen Zielen – etwa bei unserer Wanderung zum Blåisvatnet in den Lyngen Alpen.
Und das ist letztlich wichtiger als möglichst beeindruckende Zahlen auf dem Papier.
Braucht man im Wohnmobil einen Wechselrichter?
Für uns lautet die Antwort bisher ganz klar: Nein.
Zumindest für unsere derzeitige Ausstattung.
Wir haben unsere Geräte so gewählt beziehungsweise angeschlossen, dass wir sie über 12 Volt oder USB laden können. Dadurch benötigen wir unterwegs keine klassische 230-Volt-Steckdose.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Wechselrichter grundsätzlich unnötig ist.
Wer beispielsweise Geräte dabei hat, die zwingend 230 Volt benötigen, muss seine Stromversorgung entsprechend anders planen. Deshalb würden wir auch niemandem pauschal empfehlen, auf einen Wechselrichter zu verzichten.
Bei uns funktioniert es ohne – und genau deshalb haben wir bislang keinen vermisst.
100 Wp Solar – reicht das aus?
Auch diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.
Unser 100-Wp-Solarmodul ist eher überschaubar dimensioniert. Trotzdem funktioniert die Kombination aus Solarmodul und 200-Ah-Lithiumbatterie für unseren bisherigen Reisealltag gut.
Dabei sehen wir die Solaranlage nicht isoliert. Entscheidend ist für uns das Zusammenspiel aus ausreichend Batteriekapazität, möglichst effizientem Laden unserer Geräte und dem Solarstrom, der unterwegs wieder in die Batterie gelangt.
Natürlich spielt auch das Wetter eine Rolle. Gerade auf Reisen durch Skandinavien kann man nicht davon ausgehen, jeden Tag viele Stunden perfekte Sonne zu haben.
Umso interessanter war für uns festzustellen, dass wir selbst an bewölkten Tagen bislang gut mit unserem System zurechtgekommen sind.
Was wir beim Thema Strom im Wohnmobil wichtig finden
Wenn wir heute unsere Stromversorgung noch einmal planen würden, würden wir wieder zuerst unseren tatsächlichen Bedarf betrachten.
Wie viele Geräte müssen geladen werden? Gibt es große 230-Volt-Verbraucher? Wie lange möchten wir ohne Landstrom stehen? Und wie viel Platz beziehungsweise Gewicht steht für Batterie und Solartechnik zur Verfügung?
Denn die größte Batterie und möglichst viele Solarmodule sind nicht automatisch für jeden die beste Lösung.
Für uns war eine einfache und alltagstaugliche Stromversorgung wichtiger als eine möglichst aufwendige technische Ausstattung.
Mit unserer Kombination aus 200-Ah-Lithiumbatterie, 100 Wp Solar und konsequenter Nutzung von 12 Volt und USB haben wir genau das gefunden.
Unser Fazit zur Lithiumbatterie im Wohnmobil
Der Wechsel von unserer alten Bleibatterie auf eine Lithiumbatterie im Wohnmobil hat sich für uns gelohnt.
Nicht, weil wir seitdem überhaupt nicht mehr auf unseren Stromverbrauch achten. Sondern weil Strom unterwegs für uns kaum noch ein Thema ist.
Wir können unsere Smartphones, das iPad, die Smartwatches, den GPS-Tracker unserer Katze und sogar unseren Laptop für den Videoschnitt regelmäßig laden. Gleichzeitig sind wir nicht darauf angewiesen, ständig einen Stell- oder Campingplatz mit Landstrom anzufahren.
Besonders zufrieden sind wir damit, dass unser System verhältnismäßig einfach geblieben ist. Kein Wechselrichter, keine riesige Solaranlage – sondern eine Lösung, die zu unserem persönlichen Verbrauch passt.
Und genau das verstehen wir unter Autarkie: nicht möglichst viel Technik einzubauen, sondern unterwegs die Freiheit zu haben, dort bleiben zu können, wo es uns gefällt.
Häufige Fragen zu Lithiumbatterien im Wohnmobil
Wie groß ist eure Lithiumbatterie im Wohnmobil?
Wir nutzen eine 200-Ah-Lithiumbatterie von Forster.
Wie viel Solar habt ihr auf dem Wohnmobil?
Auf unserem Dach befindet sich ein 100-Wp-Solarmodul, das unsere Batterie unterwegs unterstützt.
Habt ihr einen Wechselrichter verbaut?
Nein. Wir laden unsere Geräte direkt über 12 Volt und USB und benötigen deshalb für unseren derzeitigen Alltag keinen Wechselrichter.
Wie weit entlädt sich eure Batterie beim autarken Stehen?
Nach unserer bisherigen persönlichen Erfahrung ist der Ladezustand selbst bei intensiver Gerätenutzung und bewölktem Wetter in Schweden noch nie unter 65 Prozent gefallen.
Reichen 200 Ah Lithium für ein Wohnmobil?
Das hängt vom individuellen Stromverbrauch ab. Bei uns funktioniert die Kombination aus 200 Ah Lithium, 100 Wp Solar und dem Verzicht auf große 230-Volt-Verbraucher sehr gut. Für andere Reisende kann der benötigte Strombedarf deutlich höher oder niedriger sein.
Wie sieht eure Stromversorgung im Wohnmobil aus? Nutzt ihr ebenfalls Lithium und Solar oder seid ihr regelmäßig auf Landstrom angewiesen? Schreibt uns gern – wir sind gespannt auf eure Erfahrungen.
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